Gewaltfreie Kommunikation

Dunkelroter Kreis
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Gewaltfreie Kommunikation: Eine Schlüsselkompetenz für erfolgreiche Führungskräfte

Führungskräfte spielen eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Unternehmenskultur. Ihre Handlungen, Entscheidungen und Kommunikation haben einen erheblichen Einfluss auf die Werte, Normen und Verhaltensweisen, die in einem Unternehmen gefördert und praktiziert werden. Sie sind maßgeblich am Kommunikations- und Konfliktlösungsprozess beteiligt.

Kommunikation ist der Prozess des Sendens, Empfangens und Interpretierens von Informationen oder Botschaften zwischen Sender(n) und Empfänger(n), um Verständnis oder Reaktionen zu erzeugen.

Es ist wichtig zu beachten, dass Kommunikation nicht nur das Übermitteln von Informationen umfasst, sondern auch die Interpretation und das Verständnis dieser Informationen. Effektive Kommunikation beinhaltet oft das Berücksichtigen des Kontexts, der Emotionen und der Bedürfnisse aller Beteiligten, um Missverständnisse zu minimieren und klare und sinnvolle Kommunikation zu fördern.

Getreu nach dem Zitat von Paul Watzlawick Paul Watzlawick – Wikiquote

„Man kann nicht, nicht kommunizieren.“

Aus diesem Grund können viele Konflikte entstehen, weil die Gefühle, Bedürfnisse und Bitten der Gesprächspartner/innen nicht angemessen ausgedrückt und verstanden werden.

Der Psychologe Marshall Rosenberg Marshall B. Rosenberg – Wikipedia entwickelte aus diesem Grund in den 70er Jahren  eine Form der Kommunikation, die als „Gewaltfreie Kommunikation – nonviolent communication“ oder auch als einfühlsame Kommunikation oder Sprache des Lebens bezeichnet wird. Beeinflusst wurde er durch Mahatma Gandhi, bei dem Gewaltlosigkeit im Vordergrund steht und seinem Lehrer Carl Rogers. Er verwendete als Symboltiere die Giraffe und den Wolf. So wird GfK auch als Giraffensprache oder Sprache des Herzens bezeichnet. Rosenberg ging davon aus, dass die Giraffe, mit ihrem langen Hals, die Dinge aus einer anderen Perspektive sehen und wegen ihres großen Herzens, auf die Gefühle und Bedürfnisse der Menschen eingehen kann.

Der Wolf hingeben steht für gewaltvollere, lebensentfremdende Kommunikation. Durch seine geringe Größe kann er die Situation deswegen nur schwerlich aus einer anderen Perspektive sehen. Menschen, die die Wolfssprache sprechen, werden sich in Konflikten also eher verteidigen und andere Menschen verurteilen, beschuldigen und bestrafen.

Gewaltfreie KommunikationGewaltfreie Kommunikation zielt darauf ab, Konflikte zu lösen, indem auf Bedürfnisse und Gefühle eingegangen wird, um Beziehungen zu verbessern und Verständnis zwischen Menschen zu fördern. Es ist eine einfühlsame und wertschätzende Kommunikation.

Gewaltfreie Kommunikation in Unternehmen

Die Kommunikation in der Unternehmensführung kann sich auf verschiedene Ebenen und Aspekte des Geschäfts auswirken. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, ist es für Führungskräfte entscheidend, ihre Kommunikationsfähigkeiten zu stärken, auf Empathie zu setzen und eine offene, transparente Kommunikationskultur im Unternehmen zu fördern. Die Gewaltfreie Kommunikation, kann hierbei ein wertvolles Werkzeug sein, um die Kommunikation in der Unternehmensführung zu verbessern.

Herausforderungen für eine gewaltfreie Kommunikation in Unternehmen:

  • Klare Kommunikation der Unternehmensvision und -Ziele: Führungskräfte müssen sicherstellen, dass die Vision und die strategischen Ziele des Unternehmens klar und verständlich an alle Mitarbeiter kommuniziert werden. Dies ist wichtig, um alle in die gleiche Richtung zu lenken und das Engagement der Mitarbeiter sicherzustellen.
  • Effektive Kommunikation in Krisensituationen: Wenn Unternehmen mit Herausforderungen oder Krisen konfrontiert sind, müssen Führungskräfte in der Lage sein, klar und transparent zu kommunizieren. Dies kann schwierig sein, da Unsicherheit und Stress die Kommunikation erschweren können.
  • Kommunikation in multikulturellen Umgebungen: In globalen Unternehmen arbeiten Menschen aus verschiedenen kulturellen Hintergründen zusammen. Die Führung muss sicherstellen, dass die Kommunikation respektvoll und sensibel gegenüber kulturellen Unterschieden ist, um Missverständnisse zu vermeiden.
  • Herausforderungen der Hierarchie: In großen Organisationen kann die Kommunikation zwischen verschiedenen Hierarchieebenen eine Herausforderung darstellen. Informationen müssen effektiv von der Führungsebene bis zur Basis und umgekehrt fließen, um eine reibungslose Arbeitsweise sicherzustellen.
  • Digitale Kommunikation und Technologie: Die Verwendung von E-Mails, sozialen Medien und anderen digitalen Kommunikationsmitteln hat die Geschäftswelt transformiert. Dies kann jedoch auch zu Informationsüberflutung führen, und es ist wichtig, die richtigen Kanäle und Werkzeuge für die jeweilige Nachricht auszuwählen.
  • Kommunikation von Veränderungen: Unternehmen unterliegen ständigen Veränderungen, sei es in Form von Umstrukturierungen, Fusionen, Übernahmen oder anderen strategischen Entscheidungen. Die erfolgreiche Kommunikation von Veränderungen an die Mitarbeiter erfordert Sensibilität und eine klare, offene Kommunikation.
  • Konfliktlösungen und schwierige Gespräche: Führungskräfte müssen in der Lage sein, schwierige Gespräche zu führen und Konflikte zu lösen. Dies erfordert starke Kommunikationsfähigkeiten und die Fähigkeit, Konflikte konstruktiv anzugehen.
  • Kommunikation von Werten und Ethik: Die Kommunikation von Unternehmenswerten und ethischen Standards ist entscheidend, um das Vertrauen der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit zu gewinnen und aufrechtzuerhalten. Führungskräfte müssen sicherstellen, dass diese Werte in der Kommunikation und im Handeln des Unternehmens reflektiert werden.

Gewaltfreie Kommunikation und Teamarbeit

Gewaltfreie Kommunikation  kann dazu beitragen, Verbindungen zwischen Menschen, seien diese in beruflichen oder in privaten Beziehungen  zu stärken. Jeder Mensch trägt in sich das Bedürfnis nach Wertschätzung und nach Erfüllung von Bedürfnissen. Indem Menschen sich verstehen und verstanden werden, können Konflikte in Teams auf konstruktive Weise angegangen werden, die Kommunikation verbessert und ein unterstützendes Umfeld geschaffen werden, in dem die Teammitglieder effektiv zusammenarbeiten können.

  • Besseres Verständnis und Empathie: Gewaltfreie Kommunikation lehrt Menschen, sich einfühlsam in die Gefühle und Bedürfnisse anderer hineinzuversetzen. Dies führt zu einem tieferen Verständnis der Perspektiven und Motivationen ihrer Teammitglieder. Wenn Menschen sich gehört und verstanden fühlen, sind sie eher bereit, Konflikte auf konstruktive Weise anzugehen.
  • Reduzierung von Missverständnissen: Die gewaltfreie Kommunikation fördert eine präzise Kommunikation, bei der Menschen sich auf konkrete Beobachtungen, Gefühle, Bedürfnisse, Bitten und Wünsche konzentrieren und lernen sich ehrlich und klar auszudrücken. Dies minimiert Missverständnisse und Missinterpretationen, die sich zu Konfliktsituationen entwickeln können.
  • Konfliktlösung ohne Schuldzuweisungen: In gewaltfreie Kommunikation wird Konfliktlösung auf eine nicht-wertende und nicht-schuldzuweisende Weise angegangen. Konflikte werden als eine Gelegenheit zur Zusammenarbeit und zum Verständnis betrachtet, anstatt als Kampf zwischen „gut“ und „böse“ oder “ richtig und falsch“. Dies fördert eine respektvolle und konstruktive Konfliktlösung.
  • Förderung von Offenheit: Gewaltfreie Kommunikation  ermutigt Menschen dazu, ihre Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken, auch wenn sie unangenehm sind. In einem Teamumfeld kann dies dazu führen, dass Probleme frühzeitig erkannt und angesprochen werden, anstatt unterdrückt oder ignoriert zu werden.
  • Stärkung der Selbstempathie: Indem die gewaltfreie Kommunikation  Selbstempathie fördert, lernen Menschen, sich selbst besser zu verstehen und für ihre eigenen Gefühle und Bedürfnisse zu sorgen. Dies kann dazu beitragen, Konflikte zu verhindern, die aus persönlichem Stress oder emotionaler Belastung resultieren.
  • Fokussierung auf gemeinsame Bedürfnisse: Gewaltfreie Kommunikation betont die Identifikation und Befriedigung gemeinsamer Bedürfnisse. In der Teamarbeit kann dies dazu beitragen, dass die Mitglieder auf gemeinsame Ziele hinarbeiten und Kompromisse finden, die für alle akzeptabel sind. Dies sorgt für mehr Kooperation und gemeinsame Kreativität.
  • Förderung von Mitgefühl und Respekt: Die gewaltfreie Kommunikation  betont die Wichtigkeit von Mitgefühl und respektvollem Umgang in der Kommunikation. Dies schafft ein unterstützendes und vertrauensvolles Teamumfeld, in dem Konflikte weniger eskalieren.
  • Stärkung der Bindung: Wenn Teammitglieder sich gegenseitig einfühlsam zuhören und auf die Bedürfnisse des anderen eingehen, stärkt dies die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Bindung im Team. Dies führt oft zu einer verbesserten Teamarbeit und einer positiveren Arbeitsatmosphäre.

Die Anwendung der Gewaltfreien Kommunikation (GfK) in einem Unternehmen kann erhebliche Auswirkungen auf die Mitarbeiterbindung und -Motivation haben.

4 Schritte der gewaltfreien Kommunikation:

  1. Beobachtung ohne Bewertung: Menschen sollen lernen, objektiv und konkret zu beschreiben, was sie wahrnehmen, ohne Werturteile oder Interpretationen hinzuzufügen.
  2. Gefühle ausdrücken: Es geht darum, Gefühle offen und ehrlich zu teilen, ohne sie zu verurteilen oder zu unterdrücken. Dies hilft, emotionale Intelligenz zu entwickeln und sich selbst besser zu verstehen.
  3. Bedürfnisse identifizieren: Menschen lernen, ihre eigenen Bedürfnisse und die Bedürfnisse anderer zu erkennen und anzuerkennen. Das Erkennen und Verstehen von Bedürfnissen ist entscheidend für die Konfliktlösung und die Befriedigung von Bedürfnissen in zwischenmenschlichen Beziehungen.
  4.  Bitten, nicht Forderungen: Anstatt Forderungen zu stellen, werden Bitten auf eine respektvolle Weise ausgedrückt. Dies ermöglicht es Menschen, klar darzulegen, was sie sich wünschen, ohne Druck oder Manipulation.

Gewaltfreie Kommunikation sollte in Unternehmen praktiziert werden, weil sie die Grundlage für eine gesunde und produktive Arbeitsumgebung schafft. Indem sie Empathie, Respekt und effektive Kommunikation fördert, trägt gewaltfreie Kommunikation  zur Mitarbeitermotivation, Konfliktlösung und Teamarbeit bei. Sie ermöglicht es den Mitarbeitern, gehört und verstanden zu werden, stärkt die zwischenmenschlichen Beziehungen und steigert das Engagement. In einer Kultur der gewaltfreie Kommunikation fühlen sich Mitarbeiter wertgeschätzt, was zu höherer Zufriedenheit, niedrigerer Fluktuation und letztendlich zu verbessertem Unternehmenserfolg führt. Gewaltfreie Kommunikation ist nicht nur ein Werkzeug zur Konfliktlösung, sondern ein Weg, um eine inspirierende und unterstützende Arbeitsumgebung zu schaffen, in der Mitarbeiter ihr volles Potenzial entfalten können.

Dennoch können Herausforderungen bei der Anwendung von gewaltfreie Kommunikation  als Führungskraft auftreten und es kann mit Widerstand und Skepsis in der Organisation gerechnet werden. Auch spielen die zeitlichen Einschränkungen und der Druck eine Rolle, dass weniger Zeit für dieses wichtige Thema bleibt. Die größte Herausforderung ist aber sicherlich die Sorge, die Balance zu finden zwischen Mitgefühl und Durchsetzungsvermögen.

Auch die gewaltfreie Kommunikation hat ihre Grenzen und sollte nicht als Allheilmittel angepriesen werden. Eine Grundvoraussetzung ist nämlich, dass beide Gesprächspartner zumindest ein wenig aufeinander eingehen wollen. Insbesondere bei starren Hierarchien wie zwischen Schülern und Lehrern oder Arbeitgebern und Arbeitnehmern ist diese Voraussetzung häufig leider nicht gegeben. Unter solchen Umständen ist eine gewaltfreie Kommunikation häufig schwierig, dennoch möglich.

Es ist wichtig zu beachten, dass das Erlernen der gewaltfreie Kommunikation  Zeit und Übung erfordert, da es sich um eine Veränderung der Kommunikationsgewohnheiten handelt. Es kann hilfreich sein, wenn Sie die Einführung in die gewaltfreie Kommunikation erlernen möchten, verschiedene Lernquellen zu kombinieren, um ein tiefes Verständnis und eine effektive Anwendung der GfK zu entwickeln. Die Wahl der Lernmethode hängt von Ihren persönlichen Vorlieben und Bedürfnissen ab. Erlernbar z.B. über Workshops, Seminare, Webinare, Fachbücher oder mit Hilfe von GfK-Coaches.

Sprechen Sie uns an: Unser GfK-Experte im Team ist Jens Werner. Oder besuchen Sie die Website des Fachverbands e.v für den d-a-ch Raum: Fachverband Gewaltfreie Kommunikation

Gewaltfreie Kommunikation im Unternehmen durch Aktionstage.

Ideen für Aktionstage:

  • Workshop zur gewaltfreien Kommunikation
  • Öffentliche Diskussionsveranstaltung
  • Gewaltfreie Kommunikations-Challenge

In unserem BGM-Kalender finden Sie diese Ideen für die Umsetzung zum Aktionstag „Gewaltfreie Kommunikation“ und vieler weiterer Aktionstage. Der Kalender bietet eine vielfältige Inspiration mit 46 national und international definierte Gesundheitstagen.

Hier geht´s direkt zum BGM-Kalender

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Über das Institut Kuhn-Krainick

Unter der Leitung von Dipl.-Psych. Sandra Kuhn-Krainick kümmert sich ein interdisziplinäres Trainerteam seit über 20 Jahren um die langfristige Gesunderhaltung von Mitarbeitenden und Führungskräften.

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