Positive Perspektive und Zuversicht

Besonders in Veränderungsprozessen neigen vielen Menschen dazu, sich eher auf das Problematische und Negative in der jeweiligen Situation zu fokussieren. Ihre Bedenken und Ängste wachsen an, werden zu Widerständen und letztlich sind dadurch gute Vorhaben leider oft zum Scheitern verurteilt.

Das muss nicht sein. Aus der Positiven Psychologie können wir lernen, wie Menschen ihre Stärken und Ressourcen besser nutzen können und so positiver und zuversichtlicher -auch auf Veränderungsvorhaben- blicken können. Der amerikanische Psychologe Martin E.P. Seligman hat 1998 in seiner Antrittsrede als Präsident der American Psychological Association (APA) zum ersten Mal die Positive Psychologie in das Bewusstsein der Menschen gebracht. Die noch recht junge Disziplin beschäftigt sich mit: Optimismus, Hoffnung, Selbstwirksamkeit, Selbstwertgefühl, positive Emotionen, Widerstandskraft, Glück und Dankbarkeit. Also alles wichtige Aspekte, um Zuversicht zu entwickeln.

Um Motivation, Freude und Zuversicht bei einem Veränderungsvorhaben zu empfinden ist es wichtig, dass Grundbedürfnisse, zumindest zu einem gewissen Teil, erfüllt werden. Die Psychologen Edward L. Deci und Richard M. Rayn von der Universität Rochester unterscheiden drei psychische Grundbedürfnisse der Menschen.

Autonomie

 

Grundbedürfnis nach freier Bestimmung des eigenen Handelns und selbst bestimmte Interaktion mit der Umwelt
Kompetenz

 

Wunsch nach einer effektiven Interaktion mit der Umwelt erzielt durch positive Ergebnisse
Bindung

 

Bedürfnis, enge zwischenmenschliche Beziehungen einzugehen, sich sicher gebunden fühlen und sich als liebesfähig und liebenswert zu erleben

 

Es ist also für die eigene Motivation und Zuversicht wichtig, dass die oben genannten Grundbedürfnisse auch in Zeiten des Wandels in irgendeiner Form befriedigt werden.

Hier einige Selbstcoaching-Fragen für den konkreten Einsatz in Veränderungsvorhaben und zur Befriedigung der Grundbedürfnisse:

  1. Autonomie
  • Was ist Ihr Lebenssinn? Wofür möchten Sie stehen?
  • Wie können Sie Ihre Werte in dem Veränderungsvorhaben einbringen?
  • Welchen positiven Beitrag können Sie leisten?
  • Wie können Sie vom „Müsser“ zum „Woller“ mutieren?
  1. Kompetenz
  • Woran werden Sie erkennen, dass Sie Ihr Ziel erreicht haben?
  • In welche Teilziele können Sie Ihr Hauptziel unterteilen, um sie besser zu erreichen?
  • Wofür setzen Sie Ihre Kraft ein?
  • Welche Ihrer Stärken sind bei dem Veränderungsvorhaben besonders hilfreich?
  1. Bindung
  • Wie können Sie mit anderen gemeinsam an den Zielen arbeiten?
  • Wer ist Ihnen dabei besonders wichtig?
  • Wodurch entsteht ein Wir-Gefühl in dem Veränderungsprozess?
  • Welche Aktionen unterstützen den gemeinsamen Erfolg?

Wissenschaftler gehen inzwischen davon aus, dass Zuversicht zu etwa 30 Prozent genetischverankert ist. Der überwiegende Rest ist das Ergebnis von positiven Erfahrungen sowie reine Entscheidungs- bzw. Übungssache: Sie haben also grundsätzlich die Wahl, ob Sie persönliche eher positiv und zuversichtlich oder negativ und pessimistisch in Veränderungsvorhaben agieren möchten.

 

 

SANDRA KUHN-KRAINICK ist seit über 25 Jahren als Trainerin und Coach in Unternehmen tätig. Ihre Themenschwerpunkte sind:

  • Gesunde Führung
  • Stressbewältigung und
  • Veränderungskompetenz

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